Der Pavianfelsen im Kölner Zoo wurde 1914 erbaut - Vorbild war die Paviananlage im Hamburger Zoo Hagenbeck. Nach außen bildet sie eine künstliche Felslandschaft, in der die Tiere klettern können, umrundet von einer Plattform. Die Abgrenzung von den Besuchern bildet ein Wassergraben und ein niedriger Zaun. Kein Gitter oder Panzerglas trennt die Tiere von den Besuchern. Innen ist der Felsen hohl; Käfige und Nischen bieten den Tieren Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten. Die Paviane können Tag und Nacht selber entscheiden, ob sie sich draußen oder drinnen aufhalten möchten.
Mittlerweile leben 150 Paviane in unterschiedlichen Familien auf der Anlage in Köln. Sie vermehren sich stark. Mehrmals im Jahr wird ein Pavian geboren.
Paviane leben in Haremsgruppen, denen jeweils ein Männchen vorsteht. Die erwachsenen Männchen erkennt man an dem üppigen weißen Fell, daher der Name "Mantelpavian". Die starke Schwellung des Hinterteils des Weibchens ist ein Zeichen der Paarungsbereitschaft.
Bei so vielen Tieren geht es auf der Anlage meistens sehr lebhaft zu. Alle Gefühlsfacetten wie Zärtlichkeit bis hin zu heftigen Streitereien kann man ständig beobachten. Ein erwachsenes Pavianmännchen hat lange und kräftige Eckzähne, die sogar einem Leoparden gefährlich werden können.
Erstaunlich sind die Ähnlichkeiten zum menschlichen Verhalten in der Gruppe. Beim längeren Beobachten der Paviangruppe hat man das Gefühl, als würden sie uns einen Spiegel vorhalten. Ein Höhepunkt ist die tägliche Fütterung um 15.00. Hier gilt jeweils das Recht des Stärkeren. Paviane gelten als Allesfresser. Bei den Fütterungen gibt es in der Regel Obst und Gemüse, aber auch hartgekochte Eier oder Brot. Als Beigabe werden Körner und Nüsse in die Anlage gestreut. Das hat einen psychologischen Grund: Die Tiere sollen sich ihr Futter selber suchen wie in der Natur. Diese oft stundenlange Beschäftigung verhindert die Langeweile, die im Zoo leicht aufkommen kann.
Ich habe versucht, mit meinen Fotos die unterschiedlichsten Verhaltensweisen einzufangen. Hierfür war sehr viel Beobachtung und Geduld erforderlich, aber auch Reaktionsschnelle. Aus Hunderten von Bildern habe ich diese hier ausgewählt. Sie sind im Zeitraum von Dezember 2003 bis Juni 2004 entstanden.